Wie kräftige ich mein Immunsystem?
Die Feiertage sind noch nicht komplett vorbei und schon hat man wieder das unschöne Gefühl, in Sachen Selbstdisziplin völlig versagt zu haben. Es gab reichlich gutes Essen, viel zu viel Alkohol, deutlich weniger körperliche Bewegung als man sich vorgenommen hatte und nun erinnert uns der Spiegel daran, daß alles im Leben Folgen hat… Die ersten Mitmenschen und Kollegen haben die obligatorische Erkältung, man fühlt sich auch schon ganz schlapp und denkt entnervt daran, daß man noch vor wenigen Tagen sooo viele gute Vorsätze hatte. Es ist allerhöchste Zeit etwas zu tun!
Schließen Sie zunächst sämtliches Knabberzeug im Schrank ein oder besser noch verschenken Sie es! Verzichten Sie unbedingt darauf, nach 18.oo Uhr noch etwas zu essen, denn was immer Sie essen würden, es ginge direkt auf Ihre Hüften, insbesondere wenn Sie dazu noch Alkohol trinken.
Abends und nachts ist unser Körper vor allem mit der Auswertung und Verarbeitung der tagsüber aufgenommenen Nahrung beschäftigt und das bedeutet, daß zu dieser Zeit die Verdauung eher träge ist. Wenn man abends oder nachts ißt, wird der Speisebrei langsam und ineffizient verarbeitet, verweilt länger im Verdauungstrakt und dabei entstehen dann mehr Gärungs- und Verwesungsprodukte, die dem Organismus schaden können.
Wenn Sie nun glauben, Ihrem Körper beim spätabendlichen Verdauen mit Espresso, Magenbitter oder Ähnlichem helfen zu müssen, stellen Sie spätestens am nächsten Morgen fest, daß das auch keine gute Idee war: Sie haben eine hundsmiserable Nacht hinter sich und fühlen sich elend- von Erholung keine Rede, weil sie schlecht geschlafen haben und der Schädel brummt auch…
Nehmen Sie also das Neue Jahr zum Anlaß, sich diese Art der Abendgestaltung abzugewöhnen und dabei gleich noch was für die Gesundheit zu tun. Wie wäre es, statt dem obligatorischen Schlemmen im Fernsehsessel, einen entspannenden Spaziergang zu machen, der nicht nur wohltuend und angenehm für Körper und Seele ist, sondern auch gleich noch für die nötige Bettschwere und einen erholsamen Schlaf sorgt? Und am nächsten Tag steht man viel frischer auf und hat obendrein noch ein richtig gutes Gewissen.
Ein weiterer positiver Effekt eines Spazierganges ist das Anregen der Lymphpumpe. Unser Blutkreislauf hat ja mit dem Herzen sozusagen seinen eigenen Motor, der es in Bewegung hält. Das Lymphsystem wird aber fast ausschließlich (!) durch die Betätigung unserer Muskulatur, die sogenannte Lymphpumpe angekurbelt. Die Lymphflüssigkeit bildet sich aus Blutplasma, welches in den Kapillargefäßen beim Stoffaustausch die Blutbahn verläßt und sie enthält neben Wasser vor allem Proteine, Glukose, Vitamine, Hormone, Enzyme und andere Stoffe , um damit die einzelnen Zellen zu versorgen und zu ernähren. Dies sind immerhin täglich zwei Liter Lymphe, die nun entweder in einem intakten Lymphge-fäßsystem durch den Körper zirkulieren oder aber im Bindegewebe liegenbleiben. Ebenfalls in der Lymphe enthalten sind Stoffwechselprodukte, Erreger, Zelltrümmer , also „Abfall“ und auf dem Weg durch den Körper wird die Lymphe gereinigt, was hauptsächlich in den Lymphknoten geschieht. Was glauben Sie, passiert mit den Stoffwechselschlacken, Zell-trümmern, Erregern usw., wenn die Lymphe nicht bewegt wird, sondern im Bindegewebe weiter vor sich hin dümpelt??? Sie wird eben auch nicht gereinigt und sorgt nach einer Weile für ein ungesundes, aufgedunsenes Aussehen, teigige Haut und Übergewicht infolge Wassereinlagerung. Zugegeben, es dauert eine Weile, bis es so weit ist, aber man muß es ja gar nicht erst dazu kommen lassen, oder? Ein regelmäßiger abendlicher Spaziergang wird Sie mit einem rosigen Teint und einem gesunden Schlaf belohnen- also, wenn das keine Alternative ist!
Eine weitere gute Methode, um das Lymphsystem anzuregen, ist morgendliches Trockenbürsten. Dabei wird mit einer guten Bürste mit Naturborsten der Körper etwa fünf Minuten gebürstet und zwar immer Richtung Brust. Körper und Bürste bleiben trocken, beim Bürsten nicht Kreisen oder „Schrubben“, sondern nur einfach sanft über die Haut streichen. Damit helfen Sie gleichzeitig Ihrer Haut- sie ist immerhin das größte Ausscheidungsorgan unseres Körpers- und regen außerdem Ihren Kreislauf an, ohne dabei auf den stark säurebildenden Kaffee zurückgreifen zu müssen.
Wenn Sie doch das dringende Bedürfnis haben, sich am Abend mit Süßigkeiten oder Knabbereien belohnen zu müssen (wobei die Folgen ja eher mit einer Bestrafung vergleichbar sind), versuchen Sie, auf einen leckeren Tee auszuweichen oder Sich mit einem duftenden Bad zu verwöhnen. Das wird Ihren Stoffwechsel, der sich abends ja ohnehin zurückfährt, kaum belasten und Ihren Nachtschlaf nicht beeinträchtigen.
Ein relativ großer Teil des menschlichen Immunsystems befindet sich im Darm (Peyersche Plaques), insofern ist eine Darmreinigung eine große Hilfe für unser Immunsystem, besonders nachdem wir über die Feiertage sowieso immer wieder zu viel des Guten genossen haben. Meist findet die weihnachtliche Nahrungsaufnahme in viel zu kurzen Abständen statt, d.h. wir essen schon wieder, obwohl die letzte Mahlzeit noch gar nicht komplett verdaut ist. Damit bringen wir unseren Magen in arge Bedrängnis, der vielleicht gerade mit Rotkohl und Gänsebraten beschäftigt ist, und zwingen ihm nun noch ein oder zwei Stück Stollen, ein paar Dominosteine, einen Cappuccino und etwas Schokolade auf. Für diese vor allem zuckerhaltigen Dinge brauchen Magen und Dünndarm nun aber ganz andere Verdauungssäfte, als sie sich gerade für die Zerlegung der fetten Gans vorbereitet hatten. In seiner Not schiebt deshalb jetzt der Magen die halb mit Säften versetzte Gans weiter in den Dünndarm, um für Kaffee und Kuchen Platz zu schaffen. Sicher können Sie Sich vorstellen, daß es kaum möglich ist, eine nur halb verdaute (=aufgespaltene) Gans, bzw. deren Proteine zu resorbieren, also über die Dünndarmschleimhaut in die Blutbahn aufzunehmen. Das wäre in etwa so, als ob Sie einem Verhungernden in der Wüste eine Dose Fisch in die Hand drücken- ohne Öffner. Er kann damit nichts anfangen, weil er an die Inhaltsstoffe nicht rankommt. Genauso ergeht es unserem Dünndarm mit dem Gänsebrei, der unvollständig verdaut sozusagen aus dem Magen rausgeschmissen wurde. Im einfachsten Fall würde nun das Rotkohl- Gänse- Gemisch immer weiter transportiert und irgendwann ausgeschieden werden. Da es aber obendrein auch noch zäh ist und unser Darm eher träge, weil er recht selten Ballaststoffe bekommt, bleibt die unselige tote Gans auf dem Weg zum Enddarm meist kläglich an den Darmwänden kleben und endet als Ursache einer hartnäckigen Verstopfung. Ähnlich ergeht es zum Beispiel auch unserem Abendessen, das, bevor es fertig verdaut und aufgespalten wurde, den Magen räumen muß, um Platz für Chips oder Salzstangen zu schaffen und auf diese Art kleistern wir uns unsere Darmwände langsam aber sicher zu.
Da unser Darm natürlich häufig Kontakt mit „von außen“ zugeführten Substanzen hat und weil diese auch toxisch oder infiziert sein können, befindet sich ein wichtiger Bestandteil des körpereigenen Abwehrsystems darin. Was glauben Sie, warum die meisten Grippe- oder Erkältungswellen in den Wochen nach Weihnachten und dem Jahreswechsel kursieren, nachdem wir uns alle unsere Darmwände nach Kräften zugeschmiert und zugespachtelt haben???
Als einfache Faustregel könnte man sich deshalb zur Gewohnheit machen, erst dann zu essen, wenn man wirklich hungrig ist. Damit entlasten wir unsere Verdauungsorgane und sorgen dafür, daß wir keine überflüssigen Kalorien zu uns nehmen und daß das, was wir essen, auch wirklich aufgenommen und verwertet werden kann. Um unseren Darm zu pflegen und seine Flora zu kräftigen, ist es wichtig, viele Ballaststoffe in Form von frischem Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Besonders gesund ist hin und wieder etwas rohes Sauerkraut, sofern es gut vertragen wird, weil es unsere natürliche Darmflora unterstützt. Die Darmperistaltik, also die Eigenbewegung des Darmes zum Weitertransport des Speisebreis, läßt sich mit körperlicher Betätigung gut anregen. Hier schließt sich der Kreis zum Verdauungsspaziergang wieder.
Es ist ein traditioneller und bedeutender Vorzug der Naturheilkunde das Immunsystem zu stärken und damit indirekt Allergien und Infekte zu behandeln. Im Grunde zielt jede Behandlung darauf ab, das innere Milieu zu reinigen und zu entlasten sowie die den Organismus schützenden Schleimhautbarrieren zu stärken. Vor allem die Atemwege und der Darm, sowie deren Schleimhäute können mit Hilfe der Phytotherapie und besonders auch der Homöopathie sehr gut aufgebaut und unterstützt werden.
Ein Wort zum Trinken: Selbstverständlich ist es richtig und wichtig, ausreichend zu trinken. Es ist aber keine gute Idee, das Essen mit viel Flüssigkeit hinunterzuspülen. Damit sabotieren wir unsere Verdauung, indem wir die individuell gebildeten Verdauungssäfte immer wieder verdünnen. Besser wäre es, zum Essen deutlich weniger und dafür mehr zwischen den einzelnen Mahlzeiten zu trinken. Ein tägliches Minimum von zwei Litern sollte schon erreicht werden, allerdings weder mit Kaffee, stark kohlensäure- und zuckerhaltigen Getränken, noch mit Alkohol! Auch Milch ist eigentlich kein Durstlöscher, sondern genau genommen ein Nahrungsmittel. Mineralwasser, Kräutertees oder (evtl. verdünnte) Fruchtsäfte sind wesentlich besser geeignet, den Durst zu löschen und den Flüssigkeitsbedarf des Körpers zu befriedigen.
Dazu ein Tip aus dem Ayurveda: Ingwerwasser ist ein ausgezeichneter Durstlöscher und hilft dem Organismus, Giftstoffe und Schlacken abzutransportieren. Schneiden Sie von einer Ingwerknolle etwa fünf 3-4 mm dicke Scheiben ab und geben diese in einen Topf mit kaltem Wasser (ca. 2 Liter). Lassen Sie das Ganze aufkochen und dann noch 10 Minuten auf kleiner Flamme vor sich hin simmern. Danach können Sie das Getränk in eine Thermoskanne füllen und über den Tag verteilt heiß trinken. Es ist erfrischend und hilft auch bei Verlangen nach Nascherei für zwischendurch. Ingwer regt den Stoffwechsel und die Verdauung an und ist sogar für Magenkranke verträglich.
Wenn Sie diese Hinweise nutzen, um sich und Ihr Immunsystem gesund und fit zu halten, brauchen Sie auch keine Angst vor Mikroorganismen aller Art zu haben. Wie sagte schon Pasteur? „Die Mikrobe ist nichts, das Milieu ist alles.“ Sorgen Sie also für ein stimmiges Milieu Ihrer Schleimhäute und die Viren, Pilze, Bakterien werden sich bei Ihnen kaum wohl genug fühlen, um sich dauerhaft anzusiedeln. Wenn Sie allerdings eine stark zuckerhaltige Nahrung bevorzugen, ernähren Sie damit in Ihrem Körper vor allem Hefen und Pilze, z.B. Candida albicans. Diese krankhafte und schädliche Darmflora überwuchert dann die nützlichen Kulturen in unserem Darm, die uns die Nahrung aufspalten helfen oder Vitamine bilden. Durch das massenhafte Wachstum dieser „Zuckerkulturen“ wird die sinnvolle, physiologische, also normale Darmflora zurückgedrängt und wir werden krank. Unsere hilfreichen Darmkulturen, sozusagen die „Hauskulturen“ freuen sich über frische Früchte, Gemüse, auch milchsauer vergorenes Gemüse, wie z.B. Sauerkraut. Wenn wir sie gut ernähren, helfen sie uns gesund zu bleiben. Egal, welche Seuche gerade im Lande umgeht…
Zu guter Letzt sollten Sie unbedingt für erholsamen und ausreichenden Schlaf sorgen. Einige Tiere halten jetzt Winterschlaf oder sind zumindest weniger aktiv. Auch der Mensch ist keine Hochleistungsmaschine, die ungestraft jahrelang auf Hochtouren laufen kann. Gönnen Sie Sich ausreichend Pausen und Mußestunden. Sie haben es Sich verdient! Was nutzt Ihnen der tollste Job und ein neues Auto vorm Haus, wenn Sie auf der Intensivstation liegen und die Ärzte gerade um Ihr Leben ringen?
In diesem Sinne- bleiben Sie gesund!
Literaturempfehlungen:
Robert Gray „Das Darmheilungsbuch, Gesundheit durch Kolon-Sanierung“ ISBN Nr.:3-426-87028-2
Dr. med. F. Batmanghelidj „Sie sind nicht krank, Sie sind durstig! Heilung von innen mit Wasser und Salz“ ISBN Nr.:3-935767-25-0
Otfried D. Weise „Entschlackung, Entsäuerung, Entgiftung –Das Praxisbuch zur Körper-reinigung“ ISBN Nr.:3-442-14188-5
Prof. Dr. med. Richard Beliveau und Dr. med. Denis Gingras „Krebszellen mögen keine Himbeeren, Nahrungsmittel gegen Krebs- Das Immunsystem stärken und gezielt vorbeugen“ ISBN Nr.: 978-3-466-34502-1
Harvey und Marilyn Diamond „Fit fürs Leben- Gesund und schlank ein Leben lang“
Gunther Wolfgang Schneider, „Liebe deine Darmbakterien- Biotop Mensch“
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