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Heilende Nahrungsmittel




Hippokrates sprach einst weise Worte als er sagte: „Eure Lebensmittel sollen Heilmittel und eure Heilmittel Lebensmittel sein.“ In diesem Sinne wollen wir uns anschauen, welche Heilmittel sich täglich auf unserem gedeckten Tisch befinden, ohne daß wir sie vielleicht erkennen. Oder mit welchen Lebensmitteln wir umgekehrt unsere Nahrung aufwerten könnten.
Als erstes wäre da die Zwiebel zu nennen. Sie ist nicht nur in vielen Varianten schmackhaft und würzt unser Essen vorzüglich, sie bringt außerdem  unsere Verdauung in Ordnung, indem sie die Magen- und Gallensaftproduktion anregt und damit auch den Appetit steigert. Nicht umsonst ist sie fast in jedem pikanten Gericht enthalten. Sie stoppt Gärung und Fäulnis im Darm, beseitigt Krankheits-erreger aller Art, wirkt harntreibend und auch schweißtreibend. Auf diese Art reinigt sie unseren ganzen Körper, vor allem auch unsere Blutgefäße und enthält außerdem reichlich Vitamin C. Regelmäßig angewendet kann sie deshalb vor Schlaflosigkeit, Arterienverkalkung, hohem Blutdruck, Würmern, Infektionskrankheiten, aber auch Ödemen und sogar Rheumatismus schützen. Außerdem ist einer ihrer Wirkstoffe in der Lage, den Zuckergehalt im Blut zu senken.

Manche Leute haben das Gefühl, Zwiebeln, vor allem roh, nicht gut zu vertragen. Sie bekommen davon z.B. Blähungen oder Durchfall oder schlafen schlecht. Genau genommen sind dies aber schon Reinigungswirkungen der Zwiebel, die nun eben etwa unseren Darm aufräumt oder Giftstoffe aus dem Körper spült. Wer tatsächlich Probleme mit dem Verdauen der Zwiebel hat, sollte auf die mildere Frühlingszwiebel zurückgreifen und sie nur gekocht oder gebraten verzehren.
Der Kräuterarzt Maurice Messegue empfiehlt für eine reinigende Frühjahrskur täglich,  über mehrere Tage, einen Aufguß aus zwei in Scheiben geschnittenen roten Zwiebeln und einem Liter Wasser zu trinken, evtl. mit Honig gesüßt. Für eine Entwurmungskur erhöht sich die Menge der Zwiebeln auf vier bis fünf Stück pro Liter Wasser. Den Saft aus frischen Zwiebeln empfiehlt er reichlich auf Bienen- oder Wespenstiche aufzutragen.
Für einen Hustensaft schichtet man in einem verschließbaren Glas abwechselnd in Scheiben geschnittene Zwiebel und Kandiszucker übereinander, verschließt das Glas und läßt es einige Tage an einem warmen Platz stehen, bis sich ein Saft gebildet hat, von dem man täglich einige Löffel nach Bedarf einnehmen kann.
Breiumschläge aus geriebenen rohen Zwiebeln lindern Kopfschmerzen und Migräne, wenn man sie auf die Schläfen auflegt und Umschläge von warmen Zwiebeln können Halsschmerzen, Bronchitis oder auch Ohrenentzündungen lindern.
In der Homöopathie heißt das aus der Zwiebel hergestellte Medikament Allium cepa. Es wird hauptsächlich bei akutem Schnupfen, Heuschnupfen, Ohrenschmerzen, aber auch bei Grippe, Bronchitis, Nervenentzündungen und Phantomschmerzen eingesetzt.

Wenn Sie täglich eine Zwiebel zu sich nehmen- am besten roh- dann haben Sie schon viel getan in Sachen Vorbeugung gegen Infekte und Entzündungen. Ähnlich dem Knoblauch reinigt die Zwiebel unseren ganzen Körper und schmeckt dabei in jeder Zubereitungsform großartig.

Noch mehr als die Zwiebel beseitigt der Knoblauch Ablagerungen in den Gefäßen und senkt damit den Blutdruck. Indem er die Blutgefäße erweitert, verbessert er die Ernährung unserer Zellen und wirkt damit direkt dem Alterungsprozess entgegen. Wir haben sicher alle das Bild vom ewig Knoblauch kauenden, rüstigen Greis aus dem Kaukasus oder dem alten Bulgaren vor Augen, dem die Jahre offenbar nichts anhaben konnten. Schon im alten Ägypten wurden die Arbeiter, die die Pyramiden erbauten, regelmäßig mit Knoblauch und Zwiebeln entlohnt, damit sie gesund und kräftig blieben. Und die Warnung, sich mit Knoblauch in Transsylvanien vor Vampiren zu schützen, läßt uns ahnen, wie groß die Macht der kleinen Zehe ist, uns vor Krankheiten, Infekten, Altersbeschwerden und vielen anderen Problemen zu schützen. Tatsächlich hat sie sogar antibiotische Kräfte und regelt die Darmflora, weswegen auch sie  hilfreich bei Gärungsprozessen im Darm ist. Darüberhinaus verhindert der Knoblauch Blähungen und beseitigt schädliche Mikroorganismen. Wie die Zwiebel ist er hilfreich bei Würmern aller Art.
Der Knoblauch ist ein großartiges Anregungsmittel und stärkt Geschwächte und Rekonvaleszenten. Außerdem reguliert er wichtige Körperfunktionen, z.B. den Glukosegehalt des Blutes und hilft so bei Diabetes, er bringt auch Ordnung in unseren Kreislauf, indem er den Blutdruck senkt, die Blutgefäße reinigt und elastisch macht und das Cholesterin senkt.
Absolut köstlich ist eine getoastete Scheibe Brot, die man mit einer Knoblauchzehe abreibt und mit etwas Olivenöl beträufelt. Auch eine Knoblauchsuppe ist eine delikate und trotzdem leichte Speise, die unsere Gesundheit fördert und das Herz erfreut. Wenn Sie Ihre Salatschüssel mit einer Knoblauchzehe  von innen abreiben, aromatisieren Sie Ihren Salat ohne Ihre Umwelt mit dem typischen Geruch zu behelligen.

Die regelmäßige Anwendung von Knoblauch kann sogar Krebs vorbeugen, wie Wissenschaftler herausgefunden haben. Allerdings sollte er dafür wirklich regelmäßig und auch reichlich verzehrt werden. Wirksamer gegenüber dem Gebrauch von Knoblauchkapseln aus der Apotheke ist der Verzehr von frisch zerdrückten Zehen- obendrein auch viel preiswerter. Und schließlich wirkt er  auch als Aphrodisiakum, was man bei dem strengen Geruch, den er nun mal mit sich bringt, gar nicht glauben kann.

Ein ebenso wichtiges Gemüse ist der Kohl, ob als Blumen-, Rosen-, Weiß-, Rot-oder Grünkohl, aber auch Brokkoli, Kohlrabi oder Wirsing- der Kohl ist eine der ältesten Heilpflanzen und so wirksam, daß er den Beinamen „Arzt der Armen“ bekam. 
Ihr hoher Anteil an sekundären Pflanzenstoffen, insbesondere an Glucosinolaten, macht den Kohl zu einem der wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen Volkskrankheiten wie den Krebs. Hier findet die Wissenschaft gerade heraus, was die Volksmedizin immer schon wusste: der Preßsaft aus dem frischen Kohl wirkt lindernd oder heilend bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren und Entzündungen des Darmes, wenn zusätzlich zu leichter Kost täglich ein Liter davon getrunken wird. Dies sollte allerdings über mehrere Wochen fortgesetzt werden.  Der im Kohl enthaltene Anti- Ulcus- Faktor, auch Vitamin U genannt, schützt die Schleimhäute des Verdauungstraktes. Der regelmäßige Verzehr aller Arten von Kohl hilft also Krebs vorzubeugen und Geschwüre und Entzündungen in Magen und Darm zu heilen. Der frische Preßsaft soll auch bei Würmern helfen.

Eine besonders wertvolle Variante ist das Sauerkraut. Es ernährt unsere physiologische Darmflora und sorgt für die Ernährung der „Nützlinge“ in unserem Darm, die uns helfen unsere Nahrung aufzu-spalten, Vitamin K zu bilden und unseren Darm sauber zu halten. Langfristig ist dies die gesündere Art einer Verstopfung entgegenzuwirken. Über die Reflexwirkung erfahren schließlich auch Haut- und Bronchialbeschwerden Besserung.
Äußerlich wendet man frische, saubere Kohlblätter bei Unterschenkelgeschwüren, den sogenannten „offenen Beinen“, aber auch bei rheumatischen Erkrankungen an. Für Rheuma und Gelenkprobleme werden die Kohlblätter mit einem Bügeleisen erwärmt und weich gebügelt und in mehreren Schichten auf die schmerzenden Gelenke aufgelegt und gegebenenfalls mit einer elastischen Binde fixiert. Der Verband soll zweimal täglich gewechselt werden. Für Wunden, z.B. Brandwunden oder Unterschenkelgeschwüre werden zweimal täglich frische, saubere Kohlblätter „ungebügelt“ auf die betreffenden Stellen aufgelegt und eventuell fixiert. Indem übelriechendes Wundsekret und vielleicht sogar Eiter abgesondert wird, reinigt sich die Wunde und heilt danach rasch. Bei Abszessen empfiehlt Messegue Umschläge mit „warm gebügelten“ Kohlblättern, die alle 15 Minuten gewechselt werden.

Essen Sie reichlich Kohl! Nicht nur als Hackfleischhülle bei Krautwickeln, sondern nehmen Sie den Kohl als Gemüse möglichst täglich zu sich, als Rohkost, Sauerkraut, Suppe oder Gemüse. Er ist reich an Vitaminen und Mineralien, nahrhaft und durchaus preiswert.

Wußten Sie, daß fast alle Teile des Zitronenbaumes heilkräftig sind? Nicht nur die Früchte, die das uns allen wohlbekannte Vitamin C sowie A und B2 liefern, auch die Blüten sind vor allem reich an ätherischem Öl, das in der Aromatherapie als belebend und stimmungsaufhellend gilt. Die Blätter wirken gleichzeitig beruhigend, aber auch stärkend, entwurmend, schweißtreibend und  krampfstillend. Nun haben Sie wahrscheinlich leider keinen Zitronenbaum im Garten stehen, so daß sie auf die Vorzüge der Blätter und Blüten verzichten müssen. Aber auch die Wirkung der Früchte ist derart umfassend und wohltuend, daß Sie sich deren Segen doch immer wieder gönnen sollten.

Der vitaminreiche Saft der Zitrone beseitigt Ablagerungen in den Gefäßen und dient so vorbeugend gegen Arteriosklerose und pektanginöse Beschwerden. Im Ayurveda ist dies lange schon bekannt. Ich persönlich glaube, daß es nur eine Frage der Zeit ist, daß unsere Wissenschaftler dies bestätigen. Die Volksmedizin gibt Zitronensaft bei Gelbsucht und nutzt seine antiseptische Wirkung um Wunden zu desinfizieren oder zum Gurgeln bei Halsschmerzen. Auch bei Rheuma und Arthritis hilft der Saft, hierzu muß er allerdings in großen Mengen und regelmäßig genossen werden.  Als heiße Zitrone bei Erkältungen schluckweise getrunken wirkt er harntreibend und desinfizierend auf Mund- und Rachen. Eine selbst gemachte Limonade aus einer frischen, in feine Scheiben geschnittenen Zitrone, zwei Litern Wasser und etwas Honig schmeckt erfrischend und wirkt wohltuend bei Magen- und Leberkranken. Wegen des hohen Säuregehaltes sollten Patienten mit Nieren- oder Nierensteinleiden, sowie Gichtkranke auf frischen Zitronensaft in größeren Mengen verzichten.
Die Zitronenschale schließlich kräftigt und regt die Verdauung an mit ihrem wunderbaren Aroma. außerdem ist sie schweißtreibend und  hilft uns bei der Entgiftung. Leider sind die im Handel erhältlichen Früchte so stark gespritzt und behandelt,  das ich davon abraten möchte, ihre Schale in Tee oder Desserts zu verwenden. Hierfür sollten ausschließlich ungespritzte Früchte benutzt werden.

Es ist allgemein bekannt, daß vor allem das Vitamin C für die immunstärkende Wirkung der Zitrone verantwortlich ist. Weniger bekannt ist, daß Zitrusfrüchte durch ihre entzündungshemmende Wirkung auch eine wichtige Rolle in der Krebsprophylaxe spielen. Die in ihnen enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe können das Tumorwachstum blockieren, indem sie die Vermehrungsfähigkeit der Krebszellen einschränken.

Schließlich möchte ich Ihnen noch die gesundheitsfördernde Wirkung von Keimlingen und Sprossen ans Herz legen. Das Aufziehen von Keimlingen auf dem Fensterbrett erfordert nur einen sehr geringen zeitlichen und finanziellen Einsatz und kann unserer Gesundheit soviel Gutes tun. Nichts kann frischer und unbelasteter von Schadstoffen sein als selbst frisch geerntete Keime und Sprossen. Sie bringen fast ohne Kalorien eine große Menge an Vitaminen und Mineralien, sind leicht verdaulich und bereichern jede Mahlzeit durch ihre Frische und ihr feines Aroma. Schon ein Butterbrot mit Keimlingen ist ein Fest für die Sinne, das Sie ganz nach Geschmack noch ergänzen können mit Tomaten, Radieschen, Zwiebel, Gurke, Paprika oder Blattsalaten.

Das wirklich Schöne an all diesen wunderbaren Gemüsen und Früchten ist, daß Sie keine Angst vor Überdosierung und Nebenwirkungen zu haben brauchen. Sie sind praktisch jederzeit verfügbar, schmecken vorzüglich und kosten nicht die Welt. Bevor Sie eine Menge Geld für Nahrungsergänzungsmittel und Ähnliches ausgeben, probieren Sie unsere guten, alten Gartengemüse und –früchte! Es ist fast unmöglich, dabei etwas falsch zu machen- Ihr Geschmack wird Sie leiten. Sollten Sie dabei feststellen, daß Sie das eine oder andere besonders gern mögen, so hören Sie auf die Wünsche Ihres Körpers und geben ihm wonach er verlangt. Er wird es Ihnen mit stabiler Gesundheit danken.

Quellennachweise:
Maurice Messegue, „Das Messegue-Heilkräuter-Lexikon“  ISBN Nr.: 3-548-35370-3
Apotheker M. Pahlow, „Das große Buch der Heilpflanzen“  ISBN Nr.:3-8289-1839-5
Prof. Dr. med. Richard Beliveau, Dr. med. Denis Gingras, „Krebszellen mögen keine Himbeeren“  ISBN Nr.: 978-3-466-34502-2
„Das große Lexikon der Heilsteine, Düfte und Kräuter“ der Methusalem Verlagsgesellschaft mbH Neu-Ulm


Haftungsausschluß

Sämtliche der in dieser Rubrik veröffentlichten Texte geben die Ansicht und Meinung der Verfasserin wieder. Diese Informationen können von denen anderer Mediziner oder Experten durchaus abweichen. Sie sollen die LeserInnen in die Lage versetzen, ihren Körper und seine Funktionen besser zu verstehen oder über die Naturheilkunde, wie z.B. die Homöopathie informieren. All diese Hinweise und Ratschläge sind nach bestem Wissen und Gewissen sorgfältig geprüft; dennoch kann eine Garantie dafür nicht übernommen werden. Diese Informationen sind NICHT dazu geeignet, die Konsultation beim Arzt oder Heilpraktiker zu ersetzen, sie stellen ebenfalls weder eine Diagnose noch eine Anleitung zur Selbstbehandlung dar. Personen, die an chronischen Krankheiten leiden, sollten unbedingt den Rat ihres behandelnden Arztes oder Heilpraktikers einholen, wenn sie beabsichtigen, drastische Veränderungen ihrer Lebensgewohnheiten vorzunehmen. Aus obengenannten Gründen ist eine Haftung deshalb von vornherein ausgeschlossen.

 
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