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Jetzt schon an den Winter denken….!

September 2011

Zwar ist es auch bei reichlich Regen derzeit noch recht warm – und wer möchte da schon an den Winter denken…. Aber er wird doch schneller vor der Tür stehen, als uns lieb ist und es ist eine gute Idee, wenn man dafür schon mal einige Vorkehrungen trifft.

In der kalten Jahreszeit werden wir die sommerliche Fülle, die Wärme, die Vitamine und die Leichtigkeit vermissen. Die Kälte und die kurzen Tage stellen hohe Ansprüche an unser Immunsystem und machen uns müde und träge.

Aber jetzt in der (noch) warmen Zeit haben wir die Möglichkeit, einige sommerliche Vorräte anzulegen, von denen wir in der kalten Jahreszeit zehren können. Der Überfluss des Sommers kann so ganz natürlich in den Winter hinüber gerettet werden und erfreut uns in einigen Monaten sozusagen ein zweites Mal.

Zum Beispiel gibt es gerade Unmengen Äpfel und viele Bäume tragen wirklich reichlich Früchte. Manche Gartenbesitzer wissen gar nicht, wohin damit… Warum bereiten wir nicht eine leckere Bratapfelmarmelade daraus und erinnern uns beim Essen im Winter an den schönen Sommer? Das Rezept eignet sich sehr gut vor allem für Fallobst, weil man auch ausgeschnittene Früchte dafür gut verwenden kann.

Bratapfelmarmelade

etwa 800 Gramm geschälte, ausgeschnittene Äpfel

150 ml Orangensaft

50 ml Zitronensaft

125 Gramm Rum-Rosinen

3 Zimtstangen

das ausgekratzte Mark einer Vanilleschote

100 Gramm gehackte Mandeln

500 Gramm Gelierzucker 2:1

1 Pack Zitronensäure

Die geschälten und ausgeschnittenen Äpfel werden grob geraspelt und danach sofort mit dem Orangen- und dem Zitronensaft übergossen, damit sie sich nicht verfärben. Die Masse aus geraspelten Äpfeln und Saft bringen wir mit den 3 Zimtstangen und dem ausgekratzten Mark einer Vanilleschote, den eingelegten Rum-Rosinen und dem Gelierzucker zum Kochen und lassen, wie auf der Kochanleitung angegeben, einige Minuten sprudelnd kochen. Danach fügen wir die gehackten Mandeln und die Zitronensäure hinzu und füllen die Marmelade sofort randvoll in heiß ausgespülte, vorbereitete Schraubgläser. Ich finde es sehr hübsch, dabei jeweils eine Zimtstange aufrecht ins Glas mit hinein zu geben, aber man kann die Zimtstangen auch vorher entfernen. Nach dem Verschließen werden die Schraubgläser für etwa 5 Minuten auf den Kopf gestellt und sollen langsam auskühlen. Die fertige Marmelade schmeckt sehr lecker nach Bratäpfeln und ist ein Genuss auf noch warmen Sonntagsbrötchen.

Eine gute Vorsorgemaßnahme für die kommende Erkältungszeit ist das Sammeln und Einkochen von Holunderbeeren bzw. deren Saft. Vielleicht erinnern Sie Sich noch daran, dass Ihre Großmutter Holunderbeersaft im Keller stehen hatte und ihn bei Husten, Schnupfen und Erkältungen als leckere Suppe zubereitete?

Die Holunderbeeren sind reich an Vitaminen und Mineralien, vor allem an den Vitaminen C und B, an Anthocyan, einem Antioxidans, das die Körperzellen vor Freien Radikalen schützt und so dem Alterungsprozess entgegenwirkt. Die Einnahme von Zubereitungen aus Holunderbeeren wirken entzündungshemmend, schmerzlindernd und fiebersenkend. Außerdem wirken sie leicht schleimlösend, abführend und schweißtreibend. Damit haben Holunderbeeren oder ihr Saft insgesamt eine reinigende Wirkung, was ihre Anwendung bei Grippe und Erkältungen erklärt.

Da die Samen der reifen Beeren das giftige Glykosid Sambunigrin enthalten, sollten Holunderbeeren vor dem Verzehr immer erhitzt werden, denn dadurch zerfällt das giftige Glykosid.

Ein schönes Beispiel für die Bedeutung des Holunderstrauches ist das Märchen vom „Fliedermütterchen“ von Hanns Christian Andersen. Wenn im Titel des Märchens auch vom Flieder die Rede ist, so ist hier doch der Holunder gemeint, der lange Zeit unter anderem Fliederbusch genannt wurde und in Norddeutschland heute noch so heißt. Seine Früchte nennt man statt Holunderbeeren auch Fliederbeeren.

In Andersens Märchen geht es um einen kleinen Jungen, der sich erkältet hat und nun von seiner Mutter heißen Holundertee (Fliedertee) gebrüht bekommt. Dabei erlebt er Aufregendes…. Hier geht’s zum Märchen. (http://www.internet-maerchen.de/maerchen/fliedermuetterchen.htm)

Für einen schweißtreibenden Holunderblütentee sammelt man im Frühjahr die Blütendolden und trocknet sie vorsichtig im Schatten. Achten Sie darauf, dass kein Ungeziefer in den Dolden sitzt und das Erntegut nicht von Sträuchern an stark befahrenen Straßen stammt. Natürlich können Sie Sich getrocknete Holunderblüten auch in der Apotheke besorgen, aber selbst gesammelte Blüten sind irgendwie noch wirksamer, nicht wahr?

Für eine erkälteten Patienten bereitet man mehrmals täglich eine Tasse Tee aus 2 gehäuften Teelöffeln Holunderblüten, die mit einem Viertelliter kochendem Wasser überbrüht und für 10 Minuten ziehen gelassen werden. Dabei sollte der Tee sehr warm getrunken werden, um auch wirklich schweißtreibend zu wirken. Außerdem ist es wichtig, den Patienten gut zuzudecken und Zugluft zu vermeiden, damit der Schwitzende sich nicht noch weiter verkühlt. Möchte man den Tee vorbeugend trinken, was ebenso gut möglich ist, braucht er nicht ganz so heiß getrunken zu werden, dafür aber regelmäßig.

Wenn man den Holunder in der angegebenen Weise anwendet, sind auch keine Nebenwirkungen zu erwarten, wohl aber eine kräftige und robuste Gesundheit. Natürlich wissen meine geschätzten Leser, dass die Selbstbehandlung da ihre Grenzen hat, wo sehr hohes Fieber über einen längeren Zeitraum auftritt, die Beschwerden sich nach 1-2 Tagen nicht deutlich bessern, sondern sogar verschlechtern oder der Patient starke Schmerzen hat, Atemnot oder sogar halluziniert oder insgesamt wenig ansprechbar und kaum bei Bewusstsein ist. In diesen Fällen sollte um fachmännische medizinische Hilfe ersucht werden.

Holunderbeersaft

Reife Holunderbeeren

abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone

etwas Wasser

Die gewaschenen, sehr reifen Holunderbeeren schneidet man mit einer Schere von den Dolden ab, gibt sie in einen großen Topf, zusammen mit der abgeriebenen Schale einer unbehandelten Zitrone und soviel Wasser, dass die Beeren knapp damit bedeckt sind. Man lässt sie einmal aufkochen und nachdem der Saft etwas abgekühlt ist, passiert man die Beeren durch ein mit einem Tuch ausgelegtes Sieb und drückt sie leicht aus, so dass der Saft gründlich ausgepresst wird. Zum Konservieren kocht man nun den reinen Saft noch einmal auf, wenn gewünscht mit Zugabe von etwas Zucker. Das ist aber eigentlich nicht nötig, weil man den Zucker auch später bei der Zubereitung der Suppe zugeben kann. Der aufgekochte Saft wird in heiß ausgespülte, vorbereitete Schraubgläser eingefüllt, die nun sofort gut verschlossen werden und langsam, am besten mit einem Tuch bedeckt, auskühlen sollen. Später im Jahr kann man nun – je nach Wunsch und Bedarf – den Saft zu leckeren süßen Suppen verwenden. Das ist ein Hochgenuss und ein altes Hausmittel bei Erkältungen und grippalen Infekten. Bei www.chefkoch.de habe ich einige sehr vielversprechende Rezepte gefunden, die ich Ihnen hier gerne wiedergebe.

Uromas Holundersuppe

1500 ml Holunderbeersaft

500 ml Wasser

4 Äpfel, z.B. Cox-Orange, geschält

4 Pack Vanillezucker

1 Pack Vanillepuddingpulver

Den Saft in einen großen Topf geben, 450 ml Wasser zugeben und kurz aufkochen. Das Puddingpulver im restlichen Wasser anrühren. Den Vanillezucker und das angerührte Puddingpulver zum kochenden Saft geben und alles ca. 2 Minuten kochen lassen. Dann die in ganz dünne Spalten geschnittenen Äpfel dazugeben, den Herd ausschalten, auskochen lassen und wenn alles kalt ist, in den Kühlschrank stellen und eiskalt servieren.

Im Winter schmeckt diese Suppe auch warm sehr gut. Wer mag, kocht noch einen Griespudding dazu und gibt ihn löffelweise in die gefüllten Suppenteller.

Kirsch-Walnuss-Marmelade

700 Gramm entsteinte Kirschen

100 Gramm gehackte Walnüsse

100 ml Holunderbeersaft

500 Gramm Gelierzucker 2:1

1 Pack Zitronensäure

Die entsteinten Kirschen pürieren, mit dem Gelierzucker, der Zitronensäure und dem Holundersaft vermischen und zum Kochen bringen. Ca. 4 Minuten sprudelnd kochen lassen und zuletzt die gehackten Walnüsse unterrühren. Die Marmelade nun in vorbereitete Gläser füllen und die Gläser auf den Kopf stellen. In der ersten Stunde die Gläser öfter drehen, damit sich die Nüsse in der Marmelade gut verteilen.

Holunder-Birnen-Suppe

¾ Liter ungesüßter Holunderbeersaft

3 Birnen

1 unbehandelte Zitrone

50 Gramm Zucker

1 Zimtstange

4 Kardamomkapseln

15 Gramm Speisestärke

Die Zitrone heiß abwaschen und trocken tupfen. Ein kleines Stück davon als Spirale abschälen, die restliche Schale mit einem Reißer in dünnen Streifen abziehen. Saft, Zucker, Zimtstange, Kardamom und Zitronenspirale aufkochen und zugedeckt etwa 5 Minuten ziehen lassen. Die Birnen schälen, vierteln, die Kerngehäuse entfernen und die Birnenviertel in dünne Spalten schneiden. Nun Zitronenschale und die Gewürze aus der Suppe nehmen, die Stärke in etwas Wasser glatt rühren, in die Suppe geben und nochmal aufkochen. Die Birnenspalten 4-5 Minuten in der Suppe dünsten, die Suppe dann anrichten und mit den feinen Zitronenstreifen garnieren.

Bei all diesen leckeren und gesunden Rezepten kann ich nur „Guten Appetit!“ wünschen! Wenn man diese tollen Ideen ausprobiert hat und sich so gut auf die kältere Jahreszeit vorbereitet hat, verliert sie zumindest ein bisschen von ihrem Schrecken. Vielleicht haben Sie aber auch noch ein gutes altes Familienrezept, das ich noch nicht kenne? Und vielleicht nehmen Sie Sich schon lange vor, Erkältungskrankheiten einmal ganz natürlich vorzubeugen? Dann wäre jetzt die richtige Zeit dafür! Probieren Sie es aus und erfreuen Sie Sich an den Dingen, die die Natur für uns bereit hält!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine gute Gesundheit – auch im Winter!

Ihre Heilpraktikerin Dagmar Geue

Quellenangaben:

Wikipedia-Seiten zu „Schwarzer Holunder“ und „Holunder“

Seiten von www.chefkoch.de

Apotheker M. Pahlow, „Das große Buch der Heilpflanzen“, ISBN-Nr.: 3-8289-1839-5

 
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